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Im Ausland verbotene Medikamente – Packen für den Urlaub

Sind Ihre Medikamente im Ausland legal?

Der Urlaub ist eine Zeit zum Entspannen, aber auch ein großer Wechsel der Umgebung – Klima, Essen und Tagesrhythmus. Kein Wunder, dass so viele von uns vorsichtshalber Medikamente in den Koffer packen. Kopfschmerzen, eine Erkältung, Allergien, Magenprobleme – wir wollen vorbereitet sein.

Aber wussten Sie, dass manche in Europa rezeptfrei erhältlichen Medikamente im Ausland … illegal sind? Was Sie zu Hause in jeder Apotheke kaufen können, kann in einem anderen Land als psychoaktive oder psychotrope Substanz oder sogar als Betäubungsmittel eingestuft werden. Schon eine einzige Blisterpackung mit Tabletten, die Pseudoephedrin, Codein oder ein Benzodiazepin enthalten, kann am Flughafen ernsthafte Probleme verursachen – bis hin zu Ingewahrsamnahme, einer Geldstrafe und in extremen Fällen sogar einem Strafverfahren.

In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Fakten zu alltäglichen europäischen Medikamenten zusammengestellt, die in anderen Ländern verboten sein können. Sie erfahren, wie Sie sie erkennen, welche Länder Einschränkungen anwenden, was Sie vor der Reise vorbereiten sollten und welche Dokumente Sie vor Ärger schützen können.

Das ist kein Thema nur für chronisch Kranke. Es betrifft jeden, der ein Erste-Hilfe-Set in den Rucksack oder Koffer packt – selbst für einen Wochenendtrip. Im Jahr 2026 gehört die Kenntnis der Medikamentenregeln zum sicheren Reisen dazu – genau wie das Wissen um die Liste der Gegenstände, die Sie nicht ins Flugzeug mitnehmen dürfen.

Warum sind manche Alltagsmedikamente im Ausland verboten?

Unterschiede in der Einstufung von Wirkstoffen

Dass ein Medikament in Ihrem Heimatland rezeptfrei erhältlich ist, bedeutet nicht, dass es überall auf der Welt legal ist. Jeder Staat führt seine eigene Liste kontrollierter Substanzen, die als psychotrop, betäubungsmittelhaltig oder gesundheitsgefährdend eingestuft werden können. Das Problem betrifft besonders Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem wirken – Pseudoephedrin, Codein, Benzodiazepine, Tramadol und sogar bestimmte Antihistaminika.

In Ländern wie Japan, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Australien ist die Liste der verbotenen Substanzen sehr streng und kann auch Medikamente umfassen, die an keinem europäischen Apothekentresen für Aufsehen sorgen. Die Unkenntnis dieser Unterschiede kann schwerwiegende rechtliche Folgen haben. Entscheidend ist immer der Wirkstoff, nicht der Markenname – derselbe Wirkstoff wird in Europa unter Dutzenden verschiedener Namen verkauft.

Betäubungsmittelgesetze und Zollvorschriften

Viele Staaten behandeln die Einfuhr von Medikamenten ohne Genehmigung als Einfuhr illegaler Substanzen. Selbst wenn Sie sie ausschließlich für den Eigenbedarf und in geringer Menge mitführen, können die Grenzbehörden dies als versuchten Schmuggel werten. Das betrifft besonders Medikamente mit psychoaktiven oder beruhigenden Wirkstoffen, die in Ländern mit restriktiven Gesetzen streng kontrolliert werden.

In manchen Ländern benötigen Sie vorab die Zustimmung des Gesundheitsministeriums, um bestimmte Medikamente einzuführen. In anderen genügen ein Originalrezept und eine ärztliche Bescheinigung auf Englisch. Fehlende Unterlagen können leider zu Beschlagnahmung, einer Geldstrafe oder Einreiseverweigerung führen – selbst wenn das Medikament von einem Arzt verschrieben wurde.

Bei Auslandsreisen reicht es nicht, das Medikament einfach im Erste-Hilfe-Set zu haben. Sie müssen wissen, ob der Besitz in dem jeweiligen Land nicht gegen das Gesetz verstößt.

Reiseführer: Medikamente, die in manchen Ländern verboten sind

Beliebte europäische Medikamente, die im Ausland verboten sein können

Viele in Europa rezeptfrei oder auf normales Rezept erhältliche Medikamente können im Ausland als kontrollierte Substanzen gelten. Hier eine Liste der häufigsten Fälle – prüfen Sie sorgfältig, ob Sie eines davon mitnehmen möchten. Denken Sie daran, die Wirkstoffe auf der Verpackung zu überprüfen, nicht nur die Marke.

Medikamente mit Pseudoephedrin

  • Beispiele: Sudafed, Actifed, Cirrus sowie die „-D“-Varianten beliebter Allergietabletten (z. B. abschwellende Varianten von Loratadin- oder Cetirizin-Produkten), viele kombinierte Erkältungs- und Grippemittel
  • Verboten oder eingeschränkt in: Japan, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Mexiko
  • Grund: Pseudoephedrin kann zur Herstellung von Betäubungsmitteln (einschließlich Methamphetamin) verwendet werden. Viele Länder wenden ein Limit oder ein vollständiges Einfuhrverbot an – Japan stuft es als „Ausgangsstoff für Stimulanzien“ ein, der einer vorherigen Genehmigung bedarf.

Schmerzmittel mit Codein

  • Beispiele: Solpadeine, Nurofen Plus, Co-codamol-Präparate, viele codeinhaltige Hustensäfte
  • Verboten oder sehr streng kontrolliert in: Japan, Thailand, den VAE, Indonesien, Singapur, Katar, Ägypten – und innerhalb Europas eingeschränkt in Griechenland
  • Grund: Codein ist ein Opioid und kann eine Abhängigkeit verursachen. Viele Länder verlangen eine besondere Einfuhrgenehmigung oder verbieten es vollständig.

Schlaftabletten und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine)

  • Beispiele: Diazepam (Valium), Alprazolam (Xanax), Clonazepam, Schlafmittel auf Zolpidem-Basis
  • Verboten oder anmeldepflichtig in: Saudi-Arabien, Japan, der Türkei, den VAE, Singapur
  • Grund: ein hohes Abhängigkeits- und Missbrauchsrisiko. Viele Staaten verlangen eine Genehmigung oder ärztliche Originaldokumente – selbst das beliebte Jetlag-Mittel Zolpidem benötigt in manchen Ländern eine Genehmigung.

Antidepressiva und Antipsychotika

  • Beispiele: Sertralin, Fluoxetin, Olanzapin, Risperidon
  • Dokumentation erforderlich in: Australien, den USA, den VAE, Singapur
  • Grund: Einige dieser Medikamente können als psychotrope Substanzen eingestuft werden. Eine Dokumentation, die die Therapie bestätigt, ist unerlässlich.

Medikamente mit Tramadol

  • Beispiele: Tramal, Zydol, Contramal, kombinierte Tramadol-Paracetamol-Tabletten
  • Verboten in: Ägypten, den VAE, Saudi-Arabien, Kuwait
  • Grund: Tramadol ist ein starkes Opioid – viele Länder behandeln es als Betäubungsmittel. Selbst das Mitführen für den Eigenbedarf kann zu einer Ingewahrsamnahme führen.

Hormonpräparate und Antibiotika

  • Beispiele: Verhütungspillen, Schilddrüsenmedikamente, inhalative Steroide, Amoxicillin
  • Einschränkungen in: Japan, Australien, Neuseeland (Dokumentation erforderlich oder Menge begrenzt)
  • Grund: Hormone können kontrolliert werden, besonders in größeren Mengen. Antibiotika gelten als Substanzen, die einer besonderen Überwachung bedürfen.

Hinweis: Viele dieser Medikamente dürfen mitgeführt werden – aber nur mit den richtigen Unterlagen: einem Rezept, einer ärztlichen Bescheinigung und der Originalverpackung. Ohne diese riskieren Sie Beschlagnahmung, eine Geldstrafe oder sogar rechtliche Konsequenzen.

Vor der Reise: Diese Medikamentenregeln prüfen

Reisen innerhalb Europas – das Schengen-Zertifikat und lokale Überraschungen

Viele Reisende gehen davon aus, dass innerhalb Europas alles erlaubt ist. Für gewöhnliche Medikamente stimmt das meistens – nicht aber für solche, die als Betäubungsmittel oder Psychopharmaka eingestuft sind. Wenn Sie regelmäßig starke Schmerzmittel (Opioide), ADHS-Medikamente, Schlaftabletten, Angstmedikamente oder medizinisches Cannabis einnehmen und zwischen Schengen-Ländern reisen, sollten Sie ein Schengen-Zertifikat mitführen – ein Dokument, das bestätigt, dass Sie mit einem kontrollierten Medikament reisen dürfen.

Die wichtigsten Fakten zum Zertifikat:

  • Es wird in Ihrem Wohnsitzland ausgestellt – je nach Staat von einer Gesundheitsbehörde, Ihrem Arzt oder in manchen Fällen einer Apotheke – und sollte vor der Abreise beantragt werden, da die Bearbeitung Tage oder sogar Wochen dauern kann.
  • Es ist in der Regel maximal 30 Tage gültig und gilt für das jeweils darauf aufgeführte Medikament (für jedes Medikament ein eigenes Zertifikat).
  • Es enthält den Namen des Medikaments, die Dosierung und die medizinische Notwendigkeit und sollte zusammen mit dem Medikament in der Originalverpackung mitgeführt werden.

Noch eine europäische Überraschung, die man kennen sollte: Griechenland wendet bemerkenswert strenge Regeln bei Codein und anderen opiathaltigen Medikamenten an – wer sie ohne ordnungsgemäße Rezeptdokumentation mitführt, riskiert eine Beschlagnahmung, und es kann eine zusätzliche Genehmigung über die griechische Arzneimittelbehörde erforderlich sein. Selbst ein Strandurlaub innerhalb der EU kann also einen Blick ins Erste-Hilfe-Set erfordern.

Verschreibungspflichtige Medikamente im Ausland: Was Reisende wissen sollten

Länder mit den strengsten Regeln – worauf Sie achten sollten

Manche Länder sind für außergewöhnlich strenge Regeln beim Mitführen von Medikamenten bekannt. In vielen Fällen können sogar beliebte, in europäischen Apotheken erhältliche Mittel als illegale Substanzen gelten. Nachfolgend eine Liste von Staaten, auf die man sich besonders sorgfältig vorbereiten sollte.

Japan
Japan hat einige der strengsten Medikamentengesetze der Welt. Medikamente mit Pseudoephedrin sind verboten oder benötigen als „Ausgangsstoffe für Stimulanzien“ eine vorherige Genehmigung, ebenso einige ADHS-Medikamente (amphetaminbasierte sind vollständig verboten) und Beruhigungsmittel. Die Einfuhr betäubungsmittelhaltiger Schmerzmittel wie Codein, Morphin oder Oxycodon erfordert eine vorherige Genehmigung der japanischen Gesundheitsbehörden – beantragen Sie diese mindestens 2–3 Wochen vor der Reise. Selbst gängige Antihistaminika wie Diphenhydramin sind auf niedrige Dosen pro Tablette beschränkt.

Singapur
In Singapur können selbst rezeptfreie Medikamente beschlagnahmt werden, wenn sie sich nicht in der Originalverpackung befinden und keine englischsprachige ärztliche Bescheinigung beiliegt. Besonders kontrolliert werden Substanzen mit Codein, Benzodiazepinen und Antidepressiva, und Schlaftabletten, Angstmedikamente und starke Schmerzmittel benötigen eine vorherige Genehmigung der Gesundheitsbehörde. Die Einfuhr verbotener Substanzen kann zu einer Geldstrafe oder zum Widerruf des Visums führen.

Vereinigte Arabische Emirate
In den VAE ist die Liste der verbotenen Substanzen sehr lang. Selbst Schmerzmittel (mit Tramadol oder Codein) können wie Betäubungsmittel behandelt werden. Die Einfuhr vieler Medikamente erfordert eine vorherige Genehmigung des Ministeriums für Gesundheit und Prävention – der Antrag ist kostenlos und kann vor der Reise online gestellt werden –, und ihr Fehlen kann zu sofortiger Ingewahrsamnahme führen. Das gilt auch für psychotrope Medikamente und Schlafmittel; die zulässige Menge kontrollierter Medikamente ist auf drei Monate begrenzt.

Australien
Australien verlangt von Personen, die Medikamente für den Eigenbedarf einführen, ein Rezept, die Originalverpackung und eine Liste der Substanzen auf Englisch. Medikamente mit Codein, Tramadol, Benzodiazepinen sowie bestimmte Psychopharmaka und Hormonpräparate unterliegen einer besonderen Kontrolle. Die zulässige Menge entspricht in der Regel einem 30-Tage-Vorrat.

USA, Kanada, Vereinigtes Königreich
Obwohl diese Länder einen liberaleren Ansatz verfolgen, gelten dennoch Mengenbegrenzungen und Dokumentationspflichten. Ein Rezept, die Originalverpackung und eine Liste der eingenommenen Medikamente werden empfohlen. Besondere Vorsicht gilt bei Opioiden, Psychopharmaka und Antidepressiva.

Fazit: Je weiter von zu Hause entfernt, desto größer das Risiko beim Mitführen von Medikamenten. Jedes Medikament, das auf das Nervensystem wirkt, sollte deklariert werden – idealerweise unterstützt durch ärztliche Unterlagen und eine Übersetzung des Wirkstoffnamens. Die Länderlisten des INCB (International Narcotics Control Board) sind der beste Ausgangspunkt, um ein bestimmtes Reiseziel zu prüfen.

Reise-Medikamentenratgeber: Probleme bei der Grenzkontrolle vermeiden

Was passiert, wenn Sie gegen die Regeln verstoßen?

Vielen ist nicht bewusst, dass das Mitführen bestimmter Medikamente ohne die erforderlichen Unterlagen wie der Schmuggel kontrollierter Substanzen behandelt werden kann. Je nach Land und Art des Medikaments können die Folgen wirklich schwerwiegend sein – nicht nur finanziell, sondern auch strafrechtlich.

Geldstrafen und Beschlagnahmung von Medikamenten

Die mildeste, aber dennoch schmerzhafte Folge ist die Beschlagnahmung der Medikamente durch die Grenzbehörden zusammen mit einem Bußgeldbescheid oder einer Geldstrafe. Selbst wenn der Reisende erklärt, dass das Medikament für den Eigenbedarf bestimmt war, handeln die Zollbeamten bei fehlenden Unterlagen nach örtlichem Recht.

Ingewahrsamnahme und Strafverfahren

In Ländern mit strengen Betäubungsmittelgesetzen (darunter die VAE, Saudi-Arabien, Singapur und Thailand) kann der Besitz eines verbotenen Medikaments zu sofortiger Ingewahrsamnahme, Festnahme und sogar einem Strafprozess führen. Beispiele für solche Situationen tauchen regelmäßig in den Medien auf – auch Fälle mit europäischen Touristen.

In manchen Fällen ist sogar eine Gefängnisstrafe möglich. Und es geht nicht um große Mengen – manchmal reichen schon ein paar Tabletten, um als Verstoß gegen das Zoll- oder Betäubungsmittelrecht zu gelten.

Einreiseverweigerung

Fehlende ärztliche Unterlagen können auch zum Widerruf des Visums oder zur Abschiebung führen. Der Passagier wird auf eigene Kosten zurückgeschickt, und seine Daten können in Grenzsicherheitssysteme eingetragen werden. Ein solcher Vermerk in Ihrer Reisehistorie kann es später erschweren, Visa zu beantragen oder in andere Länder einzureisen.

Kurz gesagt: Ein Fehler beim Packen von Medikamenten kann weit mehr kosten als eine fehlende Versicherung oder verlorenes Gepäck. Es lohnt sich, vorab zu prüfen, was erlaubt ist und was nicht – und sich mit voller Sorgfalt vorzubereiten. Zollbeamte sehen jeden Tag wirklich bizarre Dinge – unsere Zusammenstellung seltsamer Dinge im Handgepäck beweist es – aber bei Medikamenten verstehen sie keinen Spaß.

Reisen mit Medikamenten: Was Sie mitnehmen dürfen und was nicht

Alternativen – wie reist man ohne Risiko?

Wenn Sie Zweifel an der Legalität Ihrer Medikamente im Ausland haben oder das Risiko einfach vermeiden möchten, gibt es sichere und wirksame Alternativen. Sie müssen nicht immer das gesamte heimische Erste-Hilfe-Set mitnehmen – manchmal reichen ein paar bewährte Lösungen aus.

  • Fragen Sie Ihren Arzt nach einem Ersatzpräparat – wenn Ihr Medikament einen an Ihrem Zielort verbotenen Wirkstoff enthält (z. B. Codein oder Tramadol), fragen Sie, ob die Therapie auf ein Mittel mit ähnlicher Wirkung umgestellt werden kann, das für Reisen unbedenklich ist. Für viele problematische Substanzen gibt es Äquivalente, die keine besonderen Genehmigungen erfordern.
  • Erwägen Sie den Kauf des Medikaments vor Ort – in manchen Ländern ist es einfacher und sicherer, sich von einem örtlichen Arzt ein Rezept ausstellen zu lassen, als das Medikament über die Grenze zu bringen. Das gilt besonders für Langzeitreisen oder Umzüge. Wenn Sie in ein Land mit guter medizinischer Versorgung fliegen, lohnt sich diese Überlegung.
  • Wählen Sie natürliche oder pflanzliche Mittel – bei leichten Beschwerden (Stress, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, kleinere Infekte) können pflanzliche Produkte oder Nahrungsergänzungsmittel ohne kontrollierte Substanzen wirksam sein. Sie sind meist sicher und legal, wobei auch ihre Zusammensetzung und ihr Herkunftsland geprüft werden sollten.
  • Verwenden Sie Produkte ohne problematische Substanzen – wählen Sie statt eines Erkältungsmittels mit Pseudoephedrin Tabletten auf Basis von Paracetamol und Vitamin C. Nehmen Sie statt eines codeinhaltigen Schmerzmittels einfaches Ibuprofen oder Paracetamol.

Tipp: Befolgen Sie beim Reisen mit Medikamenten immer die Regel „weniger ist mehr“ – begrenzen Sie die Menge, vereinfachen Sie die Zusammensetzung, sichern Sie die Unterlagen. So gehen Sie weniger Risiko ein und sind trotzdem für verschiedene Gesundheitssituationen gerüstet. Unser praktischer Leitfaden zum Kofferpacken für den Urlaub zeigt, wie Sie ein kompaktes, sinnvolles Reise-Erste-Hilfe-Set zusammenstellen.

So packen Sie Medikamente für internationale Reisen

Zusammenfassung – Medikamente im Koffer und ein gutes Gefühl

Das Packen eines Reise-Erste-Hilfe-Sets ist nicht nur eine Frage des gesunden Menschenverstands – 2026 ist es auch eine Frage der Rechtskenntnis. Viele in Europa rezeptfrei erhältliche Medikamente können im Ausland verboten oder streng kontrolliert sein. Und obwohl die meisten Reisen problemlos verlaufen, genügt ein einziges Medikament mit der falschen Zusammensetzung oder ein fehlendes Dokument, um in ernsthafte Schwierigkeiten zu geraten.

Das größte Risiko betrifft Medikamente mit Pseudoephedrin, Codein, Tramadol und Benzodiazepinen sowie bestimmte Antibiotika und Hormonpräparate. Länder wie Japan, Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate, Australien und Ägypten gehen sehr restriktiv mit dem Thema um. Im Extremfall drohen nicht nur Geldstrafen, sondern auch Ingewahrsamnahme oder der Widerruf des Visums.

Vor der Abreise lohnt es sich daher:

  • die Regeln Ihres Ziellandes zu prüfen (Botschaftswebsites und die INCB-Listen sind die besten Quellen),
  • ärztliche Unterlagen vorzubereiten – und ein Schengen-Zertifikat für kontrollierte Medikamente, wenn Sie innerhalb Europas reisen,
  • nur so viele Medikamente mitzunehmen, wie Sie wirklich benötigen,
  • riskante Substanzen zu vermeiden und sie durch sicherere Äquivalente zu ersetzen.

Sicherheit beginnt mit guter Organisation. Kümmern Sie sich vor der Abreise darum – dann wird Ihr Urlaub wirklich sorgenfrei, und die Medikamente in Ihrem Koffer werden nicht zur Quelle von Problemen.

FAQ – die häufigsten Fragen zu Medikamenten unterwegs

Darf ich Schmerzmittel nach Ägypten mitnehmen?
Vorsicht! Ägypten wendet sehr strenge Regeln bei Opioiden und Psychopharmaka an. Tramadol ist vollständig verboten und wird als Betäubungsmittel behandelt – schon das Mitführen einer einzigen Tablette birgt das Risiko einer Ingewahrsamnahme und eines Strafverfahrens. Auch codeinhaltige Medikamente (z. B. Solpadeine oder Co-codamol) können am Flughafen beschlagnahmt werden.

Nehmen Sie nur Medikamente mit unbedenklicher Zusammensetzung (Paracetamol, Ibuprofen) mit und bewahren Sie sie in der Originalverpackung auf. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ist eine englischsprachige Dokumentation unerlässlich.

Welche Medikamente sind in Marokko verboten?
Marokko wendet strenge Regeln bei Beruhigungsmitteln, Schlaftabletten und Opioiden an. Medikamente mit Benzodiazepinen, Tramadol und Codein sind verboten oder müssen deklariert werden. Auch Psychopharmaka sollten an der Grenze deklariert werden. Fehlende Unterlagen können zu Beschlagnahmung und rechtlichen Problemen führen.

Wenn Sie regelmäßig psychotrope Medikamente einnehmen, führen Sie eine englischsprachige ärztliche Bescheinigung mit, die Therapie, Dosierung und Behandlungsdauer erläutert.

Können mir meine Medikamente in der Türkei weggenommen werden?
Die Türkei kontrolliert Medikamente mit psychotropen Substanzen. Während beliebte rezeptfreie Mittel meist unproblematisch sind, kann es bei Diazepam, Alprazolam, Tramadol oder Schlaftabletten zu Problemen kommen. Touristen sollten ein Rezept und idealerweise eine ins Englische übersetzte ärztliche Bescheinigung mitführen.

In der Praxis kontrollieren die Grenzbehörden nicht jede Person, aber bei einer Stichprobenkontrolle können fehlende Unterlagen zur Beschlagnahmung der Medikamente oder zu einer Ingewahrsamnahme führen.

Können auch Nahrungsergänzungsmittel verboten sein?
Ja. Manche Länder behandeln Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin, DHEA oder beruhigenden bzw. stimulierenden Kräutern als Arzneimittel. In Singapur und Japan können Nahrungsergänzungsmittel beschlagnahmt werden, wenn sie Substanzen enthalten, die für den jeweiligen Markt nicht zugelassen sind. Prüfen Sie immer die Zusammensetzung und nehmen Sie die Verpackung mit dem Etikett mit.

Wie viele Medikamente darf ich in den Urlaub mitnehmen?
Die meisten Staaten erlauben einen Vorrat für maximal 30 Tage (bei bestimmten Medikamenten teils bis zu 90 Tage). Größere Mengen können als Verkaufsversuch gewertet werden. Für einen längeren Aufenthalt bitten Sie Ihren Arzt um eine zusätzliche Bescheinigung oder erwägen den Kauf des Medikaments vor Ort.

Dürfen Medikamente im aufgegebenen Gepäck transportiert werden?
Besser nicht. Alle Medikamente – besonders regelmäßig eingenommene – sollten im Handgepäck mitgeführt werden. Geht Ihr Koffer verloren, stehen Sie ohne Behandlung da. In manchen Ländern verlangen die Vorschriften außerdem, dass der Passagier die Medikamente und die Unterlagen bei sich trägt. Flüssige Medikamente sind von der üblichen 100-ml-Grenze ausgenommen, sollten aber bei der Sicherheitskontrolle angegeben werden. Auf langen Strecken lohnt es sich, das Handgepäck sorgfältig zu planen – siehe unseren Leitfaden zu was man für einen 12-Stunden-Flug mitnehmen sollte, und wenn Sie mit einer größeren Ausrüstung reisen, prüfen Sie, ob Sie zwei Handgepäckstücke mitnehmen dürfen.

Dieser Artikel dient nur allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Vorschriften ändern sich – prüfen Sie vor der Reise stets die aktuellen Anforderungen bei der Botschaft Ihres Ziellandes.

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